Schwangerenberatung 20 Jahre Donum Vitae in Bayern

Zum Jubiläum hat der Verein für Schwangerenkonfliktberatung prominente Unterstützung aus der Politik bekommen. Die Geschichte von Donum Vitae zeigt eindrücklich die Macht der Laien.

Seit nun 20 Jahren berät Donum Vitae Frauen zur Schwangerschaft. © AdobeStock/Antonioguillem

München – Die bayerische Landtagspräsidentin Ilse Aigner hat die Arbeit des Schwangerenberatungsvereins Donum Vitae im Freistaat als "praktizierte Nächstenliebe" gewürdigt. "Sie reichen Hilfesuchenden die Hand", sagte Aigner den Mitarbeitern laut Mitteilung des Vereins am Wochenende in der Benediktinerabtei Sankt Bonifaz in München. Die CSU-Politikerin erklärte demnach beim Festakt zum 20-jährigen Bestehen des Vereins in Bayern, als Katholikin sei es für sie ein ermutigendes Signal, dass die Feierlichkeiten in einem kirchlichen Raum stattfinden könnten. Gleichwohl gelte: "Nur Duldung von Seiten der Amtskirche ist für mich zu wenig."

 

Die Donum-Vitae-Landesvorsitzende Sabine Demel ergänzte: "Wir sind inzwischen für viele Menschen der Inbegriff des Katholischen geworden." Der Münchner Pfarrer und Bestsellerautor Rainer Maria Schießler fügte an: "Bei Donum Vitae ist niemand dabei, der das Leben gering schätzt." In Konfliktfällen gebe es oft keine einfachen Lösungen, sondern die Suche und das Ringen um den richtigen Kompromiss.

 

Eine Antwort von Laien

Donum Vitae unterhält nach eigenen Angaben 20 Beratungsstellen im Freistaat und beschäftigt rund 200 Menschen. Die Zahl der Ratsuchenden ist demnach in den vergangenen fünf Jahren von 18.500 auf 24.400 Personen gestiegen. Neben der Konfliktberatung biete man auch Informationen zu Themen wie dem unerfüllten Kinderwunsch an.

Mit der Donum-Vitae-Gründung antworteten katholische Laien 1999 auf den von Johannes Paul II. angeordneten Rückzug der Bischöfe aus der gesetzlichen Schwangerschaftskonfliktberatung. Der innerkirchliche Streit drehte sich damals vor allem um die Bewertung des Beratungsnachweises, der in Deutschland notwendig ist, um eine Abtreibung straffrei durchführen zu können. Der Papst sah durch diesen Schein das Zeugnis der Kirche für den Schutz des Lebens verdunkelt.

Vor allem die Beraterinnen argumentierten damals, innerhalb des gesetzlichen Systems ließen sich noch unentschiedene Schwangere besser erreichen und häufig dazu bewegen, ihr Kind doch zur Welt zu bringen. Viele von ihnen wechselten von katholischen Trägern zum bürgerlichen Verein Donum Vitae. Die Bischöfe setzten ihrerseits das Beratungsangebot bei Trägern wie dem Sozialdienst katholischer Frauen ungeschmälert fort und kompensierten den Wegfall der staatlichen Finanzierung mit kirchlichen Eigenmitteln. (kna)

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